HERBERT WIELAND

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DIE GESCHICHTE DES GRABMALS

Renaissance in Kärnten

Die Kunst des 16. Jahrhunderts in Kärnten ist geprägt vom Repräsentationswillen hervorragender Einzelpersönlichkeiten. Gabriel von Salamanca, Siegmund von Dietrichstein, Georg Khevenhüller oder Ulrich von Pfinzing waren die Auftraggeber für die b bedeutendsten überlieferten Denkmäler dieser Zeit.
Das 16. Jahrhundert ist auch in Kärnten in erster Linie geprägt von gesellschaftlichen Umwälzungen, dem sich durchsetzenden Protestantismus und dem seit Ende des 15. Jahrhunderts zunehmenden an Bedeutung gewinnenden Humanistischen Gedankengut.

Hatte die Spätgotik in Kärnten auf dem Gebiet der kirchlichen Kunst noch bis ins erste Viertel des 16. Jahrhunderts bedeutende Leistungen hervorgebracht, so ist ab etwa in den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts ein eklatanter Einbruch zu Gunsten von Profanbauten und deren Ausstattung zu verzeichnen. Unter dem Einfluss des Protestantismus, aber auch der politischen Gegebenheit wie der latent vorhandenen Türkengefahr, die Verbesserung aller Befestigungen erforderte, verlagerten sich die wesentlichen Bauaufgaben und künstlerischen Erfordernisse hauptsächlich in den profanen Bereich. Das politische und kulturelle Bewusstsein des Herrenstandes erführ einen Aufschwung und brachte, mit dem Willen zur Dokumentation und Selbstdarstellung, nicht nur auf dem Gebiet der Baukunst, sondern auch in der Grabmalkunst bedeutende Leistungen hervor.

1. Renaissancearchitektur in Kärnten

1.a Sakralbau
In den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts, noch bevor die Auswirkungen der Reformation das religiöse Leben im Lande grundlegend verändern sollten, kam die kirchliche Baublüte der Spätgotik, die bis zum heutigen Tage die Kulturlandschaft Kärntens nachhaltig prägt, zu einem allmählichen Abschluss.Es kam zu einem Übergangsstil der eine neue Raumvorstellung beinhaltet. Ab der Jahrhundertmitte kam durch die Auswirkungen der Reformation der Sakralbau praktisch zum Erliegen. Erst als die protestantischen Stände Innerösterreichs bei einem Generallandtag in Bruck an der Mur die mündliche Zusage der religiösen Toleranz gab setzte wieder eine rege Kirchenbautätigkeit ein.
Beispiele: * Klagenfurter Dom (Dreifaltigkeitskirche) * Gurker Dom
Profane Bautätigkeit der Klöster und anderer geistlicher Institutionen
Die Wohn-, Wehr- und Wirtschaftsbauten der Bischöfe, Klöster, und Ritterordensniederlassungen im Lande sind dem Schlossbau zuzurichten. Schon seit dem späten 15. Jahrhundert hatten die instabilen politischen Verhältnisse zur Befestigung der meisten Stifte und Klöster des Landes geführt. Dabei wurden verstärkt turmartige Wohn- und Repräsentativbauten errichtet.

1.b Schlossbau
Der Schlossbau widerspiegelt am augenscheinlichsten die politische Macht, wirtschaftliche Kapazität und kulturelle Bedeutung des Adels im Lande. Der Schlossbau brachte die individuellen Ansprüche und Vorstellungen seiner Auftraggeber zum Ausdruck. Grundsätzlich unterscheidet man mehrflügelige Schlossanlagen um einen oder mehrere geschlossene Höfe oder hoflose Schlossanlagen die um einen Seitentrakt erweitert sind.

Umgestaltung von Burgen zu Schlössern:
Sehr viele Schlösser des 16. und 17. Jahrhunderts waren Umbauten mittelalterlicher Burgen, Türme, oder kleiner Edelsitze.
Beispiele:
Der doppelgeschoßige Laubenhof der Hollenburg:
Dieser Hof wurde im Jahre 1558 unter Sigmund Georg von Dietrichstein im Zuge eines Umbaus verändert. Es entstand ein repräsentabler Aufbau. Weiterführend wurde im Laufe des 16. Jahrhunderts die gesamte mittelalterliche Burganlage zu einem Renaissanceschloss umgebaut.
Das Schloss über der Stadt Gmünd:Daniel Deutta errichtete im Auftrag von Rudolf Raitenau stadtseitig einen mit einem Rundturm versehenen hakenförmigen Trakt. Alle Gewände wurden aus wirkungsvollen Serpentin angefertigt. Die großen Rechteckfenster des eigentlichen Repräsentationsgeschosses erhielten rechteckige Umrahmungen mit abgedachter Verdachung.

Der Vierflügelbau:Diese Art des Schlossbaus ist im Kärnten im 16. Jahrhundert am ehesten innerhalb oder am Rande der Städte und Märkte verwirklicht worden. Zu nennen sind hier vor allem der Schlossbau von Spittal an der Drau ( ab 1533), das Klagenfurter Stadthaus oder das Venezianerhaus der Khevenhüller zu Villach ( ab ca. 1570, nicht erhalten). Hier vermischen sich Einflüsse der italienischen Villen- und Palazzobaues. Die Landschlösser folgten hierzulande allerdings eher selten diesen idealen Ansprüchen und entbehren meist der Symmetrie. Ursache dafür war meist die Einbeziehung älterer Bauteile.
Beispiel: Schloss Tanzenberg

Die regelmäßige Dreiflügelanlage mit abschließender Mauer
Bei mehreren regelmäßigen lokalen Schlossbauten hat man auf eine Schließung der vierten Seite durch einen Wohntrakt verzichtet. Um den Gebäudekomplex zu schließen wurde eine Mauer mit repräsentativer Toranlage errichtet. Die meisten dieser Objekte fallen ins letzte Jahrhundertviertel.
Beispiel:
Schloss Reideben bei Wolfsberg,
Schloss Porcia in Spittal an der Drau
Erbauer (bzw. Auftraggeber, Architekt ist unbekannt) dieses Schlosses war Gabriel von Salamanca. Er wurde 1489 in Burgos in Spanien geboren. Schon vorher in habsburgischen Diensten, bekleidete er in der Folge wichtige Ämter als Sekretär, Kanzler und vor allem Schatzmeistergeneral. Als Inhaber zahlreicher Herrschaften entwickelte Gabriel auch als Bauherr eine rege Tätigkeit. So wurde er mit dem Bau des Schlosses in Spittal an der Drau betraut. Die genauen Baudaten dieses neu gebauten Renaissanceschlosses ist weitgehend unbekannt.
Die Verbreitung der neuen Architekturformen der Renaissance hatte sich zu dieser Zeit außerhalb von Italien nur zögerlich durchgesetzt. Die erste Phase der Renaissancearchitektur außerhalb Italiens erfolgte erst ab der Zeit um 1510 also fast hundert Jahre nach der Ausformung des Stiles in Florenz. Die dominante Kultur der Spätgotischen Architektur nördlich der Alpen konnte nur allmählich und in einzelnen Zentren wie Augsburg, Regensburg, Nürnberg und Wien durchbrochen werden.
Gabriel von Salamanca begann erstmals in den habsburgischen Ländern mit dem Bau eines kompletten Renaissanceschlosses. Das Schloss ist ein mächtige Vier-Flügel-Anlage mit zwei Rundtürmen in der Diagonale, die einen rechteckigen dreigeschossigen, dreiseitigen Arkadenhof umschließt. Die Hauptfassade ist dreigeteilt welche durch Gesimse Geschossweise und durch übereinandergestellte Pilaster zwischen den Trakten und am linken Rand gegliedert sind. Durch die mittleren Hallen gelangt man in den dreigeschossigen Hof mit Säulenarkaden und Balustradenbrüstungen. Die Gleichmäßigkeit wird durch Stiegenaufgänge unterbrochen.
Vorbilder für diesen Bau finden wir in Trient (Palazzo a Prato) mit einer fast identen Fassadenstruktur. Aber auch andere Palazzi in Trient zeigen in vielen Details (Kapitelle, Portale, Fenster) Ähnlichkeiten mit Schloss Porcia.

1.c Wehrbauten
Aus Angst vor den Türken , die zwischen 1473 und 1483 fünfmal weite Teile des Landes schwer in Mitleidenschaft gezogen hatten, wurden in Folge zahlreiche Kirchen zu Wehrkirchen ausgebaut d. h. die Kirchen erhielten eine umlaufende Mauer mit hölzernem Wehrgang , Torbauten und Rundtürmen.
Beispiel: * Wehrkirchen in Diex * Hochosterwitz

2. Renaissanceplastik in Kärnten
Der Lindwurm
Der Lindwurm ist das Wahrzeichen der Stadt Klagenfurt. Traditionell wird die monumentale Plastik in die Jahre 1590 bis 1593 datiert und dem Bildhauer Ulrich Vogelsang bzw. seinem Bruder Andreas zugeschrieben. Das monumentale Tier mit dem schachtartig aufgerissenen Maul, den geometrisch angelegten Flügeln, dem gestanzt wirkenden Panzer und dem unerwartete kunstvoll geschwungenen Schwanz lässt sofort die Meisterleistung des aus einem riesigen Block (ohne Schwanz) Kreuzberglschiefer gemeißelten Monumentes erkennen.
Bischofstein in Schloss Reideben
Der Bischofstein besteht aus einem Säulenstumpf mit drei Kartuschen, die eine Platte tragen, auf der ein Dreikopf steht. Eine der drei Kartuschen zeigt die Wappen der Bamberger Bischöfe. Die zweite trägt das Reliefbild des Guten Hirten und die dritte Kartusche trägt eine Inschrift, die auf Tod und Auferstehung Christi Bezug nimmt. Zwischen den Schilden die Darstellung des Gekreuzigten und den Auferstandenen.

3. Kunsthandwerk der Renaissance in Kärnten
Beispiel: Steinätzung
Die Steinätzung ist eine Technik die sich aus der Harnischätzung entwickelt hat und erst um 1500 auftritt.
Tischplatte in der Pfarrkirche Rosegg
In Rosegg ist eine Tischplatte in dieser Technik erhalten geblieben. Diese Platte ist heute in der Wand eingemauert. Zentral dargestellt ist das Kruzifix mit zwei Gebeten. Umrahmt wird das ganze von Musiknoten mit Liederstimmen und einem Randstreifen mit figürlichen und pflanzlichen Motiven.

4. Renaissancemalerei in Kärnten
Beispiel:Glasmalerei
Ebenso wie im Bereich der Wandmalerei kann Kärnten auf dem Gebiet der Glasmalerei auf einen relativ reichen Bestand aus dem Mittelalter verweisen. Jedoch existierten im Land keine bedeutenden Werkstätten, sondern die Glasgemälde sind in der Mehrzahl Importwerke. Jedoch sind in Kärnten trotz der wenig günstigen Voraussetzungen einige Glasgemälde von höchster Qualität erhalten.
Glasfenster aus der Burgkapelle Landskron (von Mercurius Miller, 1570)
Zu den bedeutendsten Denkmälern der österreichischen Glasmalerei zählen die heute im Landesmuseum in Klagenfurt verwahrten Glasfenster aus der ehemaligen Kapelle der Burg Landskron. Diese beinhaltet eine zentrale Darstellung der Kreuzigung Christi flankiert von den vier Evangelisten.